Landtagswahl in Sachsen-Anhalt

Links und rechts – was die U18 Wahl zeigt

Datum
09. September 2026
Autor*in
Luzia Aumann
Redaktion
politikorange
Themen
#Politik #LTWSA26
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Pixabay / Yamu Jay

Mehr als 30 Prozent für die Linke, deut­liche Unter­schiede bei AfD und CDU: Die Ergeb­nisse der U18-Wahl weichen teil­weise stark von denen der Land­tags­wahl ab. Doch was steckt dahinter?

Die U18 Wahl ist ein außer­schu­li­sches Projekt, bei dem junge Menschen in 51 Wahl­lo­kalen verteilt in Sachsen-Anhalt ihre Stimme abgeben konnten. Die Wahl basiert auf Frei­wil­lig­keit und ist nicht reprä­sen­tativ. Dennoch kann aus dem Votum der 3123 Kinder und Jugend­li­chen eine Stim­mung abge­lesen werden.

Ergeb­nisse der U18 Wahl im Vergleich zur Land­tags­wahl

Die große Wahl­ge­win­nerin der U18 Wahl ist die Linke, die fast ein Drittel der Stimmen bekommt. Im Vergleich zur Land­tags­wahl 2026 sind das 22,4 Prozent­punkte mehr. Die Grünen kommen bei den Kindern und Jugend­li­chen etwas besser an als bei den Erwach­senen. Bei der U18 Wahl sind sie mit 12,7% vertreten im Vergleich zu 8,9% bei der Land­tags­wahl. Daher verwun­dert nicht, dass sich beide Parteien für ein Wahl­alter von 14 Jahren bei Kommunal- und Land­tags­wahlen einsetzen. Die AfD kommt bei der U18 Wahl auf 22,1% Prozent und hat damit 21,5 Prozent­punkte weniger als bei der Land­tags­wahl. Auch die CDU kann die Kinder und Jugend­li­chen weniger über­zeugen und hat ein Minus von 10,6 Prozent­punkten im Vergleich. Die AfD hat dennoch, wie auch die SPD, ein Wahl­alter von 16 Jahren für die Land­tags­wahl im Programm, die CDU möchte es bei dem aktu­ellen Wahl­alter von 18 Jahren belassen. Die SPD schneidet bei den Kindern und Jugend­li­chen mit einem Minus von 0,6 Prozent­punkten nur leicht schlechter ab als bei der Land­tags­wahl. Das BSW schafft es bei der U18 Wahl mit 2,3% nicht in den Landtag, im Gegen­satz zu dem Ergebnis bei den Erwach­senen von 5,3%. Aufsum­miert entfallen bei der U18 Wahl 18,8% der Stimmen auf Parteien, die unter der 5% Hürde bleiben. Das sind deut­lich mehr als bei der Land­tags­wahl, bei der weitere Parteien 7% der Stimmen erhalten.

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Grafik: Jugendpresse I Datengrundlage: U18.org

Wie die Linke bei Jugend­li­chen punktet 

Der Blick ins Wahl­pro­gramm gibt Aufschluss, mit welchen Themen die Linke bei jungen Menschen ankommt. Beispiels­weise fordert sie, dass in Schulen und Kitas digi­tale Geräte zur Verfü­gung stehen und die Medi­en­kom­pe­tenz stärker in den Fokus gerückt wird. Der öffent­liche Perso­nen­nah­ver­kehr (ÖPNV) soll ausge­baut werden und für alle bezahlbar sein. Mittel­fristig soll dieser sogar zum Null­tarif ange­boten werden. Für Kinder und Jugend­liche, die oft beson­ders auf öffent­liche Verkehrs­mittel ange­wiesen sind, ein attrak­tives Angebot. Mustafa Groener, der Direkt­kan­didat der Linken in Magde­burg-Ost erklärt die Popu­la­rität bei jungen Menschen folgen­der­maßen: Ich glaube, wir führen Gespräche auf Augen­höhe mit allen Menschen.“ Dabei sei ihm das Alter der Person egal, führt Groener aus. Er laufe einfach durch Magde­burg und sei dabei für alle ansprechbar, was auch gerne genutzt werde. Neben den Inhalten, die gut ankommen bei jungen Menschen, sei es also auch die Art und Weise, wie die Linke Politik macht.

Soziale Medien als Zugang zur Jugend

Die AfD über­zeugt junge Menschen mit Forde­rungen aus ihrem Wahl­pro­gramm wie der kosten­losen Mitglied­schaft in einem Sport­verein bis 18 und kosten­losem Schu­lessen. Auf der anderen Seite befinden sich auch kontro­ver­sere Punkte wie die Abschaf­fung der Inklu­sion oder die eines Warn­schuss­ar­rests“ bei jeder Form der Jugend­kri­mi­na­lität oder im Wahl­pro­gramm. Der Arrest soll dabei für bis zu 4 Wochen verhängt werden können, aber nicht im Führungs­zeugnis aufge­führt werden. Neben den Inhalten des Wahl­pro­gramms erreicht die in Sachsen-Anhalt als gesi­chert rechts­extre­mis­tisch einge­stufte Partei auch viele Menschen mit ihrer Präsenz in den sozialen Medien. Beispiels­weise bei TikTok bekommt beson­ders der Spit­zen­kan­didat Ulrich Sieg­mund viel Aufmerk­sam­keit.

Andere Parteien nutzen eben­falls die sozialen Medien, wenn auch oft nicht so erfolg­reich wie die AfD. Eine Ausnahme stellt unter anderem Skady Herken­rath von der SPD dar, die vor allem auf Insta­gram erfolg­reich aktiv ist. Ich will damit die SPD wieder cool und ansprechbar machen“, erklärt Herken­rath. Die SPD müsse sich auf soziale Themen zurück­be­sinnen, um wieder mehr Menschen und auch Kinder und Jugend­liche abzu­holen, so Herken­rath.

Was sagt die U18 Wahl aus? 

Um die Wahl unbü­ro­kra­tisch statt­finden zu lassen, exis­tieren bei der U 18 Wahl keine Wähler*innenlisten und die Auswer­tung beschränkt sich auf die Zwei­stimme. Es gibt keine untere Alters­grenze und auch eine deut­sche Staats­an­ge­hö­rig­keit ist für die Wahl nicht notwendig. Einzige Voraus­set­zungen für die Stimm­ab­gabe sind der Wohnort in Sachsen-Anhalt und ein Alter von unter 18 Jahren. Ob die teil­neh­menden jungen Menschen bereits poli­tisch enga­giert sind und wer sich von der Möglich­keit zur Wahl ange­spro­chen fühlt, ist nicht unter­sucht und kann je nach Wahl schwanken. Bei der U18 Wahl zur Land­tags­wahl 2021 ist die CDU mit 16% noch stärkste Kraft geworden. Trotz der begrenzten Aussa­ge­kraft zeigt sich bei den Teil­neh­menden eine Tendenz zu Parteien am linken und rechten Rand.

Quellen: 

U18-Wahl Sachsen-Anhalt: Linke gewinnt – so schneiden die Parteien ab | mdr​.de

AfD auf TikTok: Die AfD ist nicht mehr allein auf TikTok | DIE ZEIT

AfD Regie­rungs­pro­gramm für Sachsen-Anhalt

Die Linke Sachsen-Anhalt – Wir sind der Pol der Hoff­nung

Wahl­pro­gramm – SPD Landes­ver­band Sachsen-Anhalt

U18-Land­tags­wahl Sachsen-Anhalt: Junge Menschen treffen ihre Wahl

Home / Jugend­wahl U18

Verfas­sungs­schutz: AfD Sachsen-Anhalt ist gesi­chert rechts­extre­mis­tisch“ | tages​schau​.de
 


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