Totenstill, triumphierend, selbstbewusst, unverändert, enttäuscht und verbittert – so lassen sich die Wahlpartys von SPD, CDU, AfD, den Grünen, der Linken und der FDP in jeweils einem Wort zusammenfassen.
Als am Sonntagabend um 18 Uhr Jörg Schönborn die ersten Wahlprognosen verkündet, herrscht Schweigen im Veranstaltungsraum der SPD im Abgeordnetenhaus. Über einen Viertel der Wähler*innenstimmen freut sich hier heute Abend niemand. Wenige Sekunden später hallt schallender Jubel von oben herab. Die CDU triumphiert mit 31 Prozent. Nach 35 Jahren entthront sie die SPD – in Rheinland-Pfalz, einem Kernland der Sozialdemokrat*innen. Ein Stockwerk weiter und wenige Sekunden später jubelt die AfD. Sie ist mit 19,5 Prozent stärkste Oppositionskraft. Auch die Grünen beklatschen ihr Wahlergebnis von 7,9 Prozent euphorisch. Enttäuschung hingegen bei den Freien Wählern und der FDP, denn sie verpassen den erneuten Einzug in den Landtag. Ebenfalls an der Fünfprozenthürde scheitert die Linke s mit 4,4 Prozent.
Zwischen Wahlpartys, Fußball-Derby und unserem Office (Grüße gehen raus an die Landeszentrale für politische Bildung) beobachtete unser zehnköpfiges Team in Mainz den Ausgang der Landtagswahl. Sechs Redakteur*innen sprachen mit verschiedensten Menschen aus dem Bindestrichland zwischen Eifel, Westerwald, Rheinland und Pfalz – über Bildung, Klima und Demokratie.
Ihre Beiträge drehen sich um verschiedene Perspektiven auf das Heute und die Zukunft: Wo braucht es Veränderung an Schulen, für die Bildung der Zukunft? Was kann Rheinland-Pfalz zum Klimaschutz beitragen? Wie sehr fühlen sich Erstwähler*innen von der Politik im Land abgeholt, können rollende Demokratiemobile und Wahlgyms vom Landtag dazu helfen? Und immer im Hintergrund: Der Showdown zwischen dem amtierenden Ministerpräsidenten Schweitzer und dem CDU-Spitzenkandidaten Schnieder.
So wie viele unserer Rechercheorte in Mainz „einfach da die Straße runter“ waren, liegen auch die Redaktionsergebnisse einfach nur einen Klick entfernt: Lest und hört jetzt rein.
