Abgeordnetenhauswahl in Berlin

2024 wurde gekürzt, 2026 wird gewählt

Datum
25. September 2026
Autor*in
Hermine Jirkowski
Redaktion
politikorange
Themen
#AGHW2026 #Kultur
BB Hermine J

privat/ “FELD- Theater für junges Publikum” 

Im Doppel­haus­halt 2026/2027 wurde in der Kultur­branche stark gekürzt, was auf Seiten der Kultur­schaf­fenden zu großem Protest führte. Wie sind kleine Thea­ter­häuser wie das Theater Strahl oder das ​“FELD-Theater für junges Publikum, mit den Kürzungen umgehen und mit welchen Gefühlen schauen sie in die Zukunft? 

Das Problem im Berliner Haus­halt 

Zusätz­lich werden aber auch Förder­töpfe und andere soge­nannten Dritt­mittel, also andere Förde­rungen, wie zum Beispiel Förder­pro­gramme, einge­kürzt: Teils vom Berliner Abge­ord­ne­ten­haus, aber auch auf Bundes­ebene. Diese 1,5 bis 3 Prozent aus dem Haus­halt sind gar nicht das große Übel, sondern die Kürzung der genannten Dritt­mittel, denn diese unter­stützen haupt­säch­lich die freie Szene. Das Haupt­pro­blem dabei ist, dass wenn die freie Szene ihre Projekte nicht mehr finan­zieren kann, die Häuser ohne festes Ensemble keine Stücke mehr zeigen können und damit lang­fristig aussterben. 

Gespart werden musste in Berlin durch höhere Energie‑, Personal- und Mate­ri­al­kosten und weil Kultur im Vergleich zu Berei­chen wie der Sicher­heit, in der aufge­stockt wurde, als verhan­delbar und nur zum Vergnügen darge­stellt wird. Der ehema­lige Bürger­meister Kai Wegner begrün­dete die Entschei­dung der Kürzung damit, dass das Haus­halts­vo­lumen in den letzten Jahren stark gestiegen sei und man jetzt aus Rück­sicht auf zukünf­tige Gene­ra­tionen sparen müsse, so berich­tete T‑Online. 

Die Kürzungen führten dazu, dass Thea­ter­häuser an inno­va­tiven Ideen feilen mussten, um die Finanz­lücke schließen zu können. Ticket­preise mussten erhöht, Stellen gestri­chen oder tarif­lich unter­be­zahlt werden und Theater sowie freie Künstler*innen mussten sich noch stärker an andere Förderer*innen wenden. Dies kann einen großen Verwal­tungs­auf­wand darstellen, wie uns auch das ​„FELD-Theater für junges Publikum“ erzählte. Das Theater hat sich zusätz­lich zu den Maßnahmen eine Merch-Aktion einfallen lassen, in der sie ihre Nach­bar­schaft in Schö­ne­feld zum gemein­samen T‑Shirt-Druck einluden. 

Wünsche, Ängste und Zukunft 

Kultur­stätte sind Begnungs­orte und dritte Orte – also Orte wo sich Menschen außer­halb von zu Hause oder Arbeit, Schule aufhalten können – die unbe­dingt erhalten werden müssten, findet Gaby dan Droste, die Geschäfts­füh­rerin des ​„FELD-Theater für junges Publikum. Von der nächsten Regie­rung wünscht sie sich, dass sich die Politik, bevor sie kürzt, mit denen unter­halte, die es betrifft. Dagegen wünscht sich Anna Vera Kelle, die Leiterin des ​„Thea­ters Strahl“ vor allem, dass Theater für Kinder und Jugend­liche finan­ziell genauso stark aufge­stellt werden würde wie die Theater für erwach­senes Publikum. Man könne eben nicht denselben Eintritt für Kinder wie für Erwach­sene verlangen. 

Beide Inha­be­rinnen befürchten weitere Kürzungen. Kürzungen die man nicht mit Dritt­mit­teln ausglei­chen könnte. Das würde bedeuten, dass beide ihr Programm verklei­nern müssten, damit weniger Einnahmen bekommen würden und somit von Saison zu Saison leben würden. 

Was ist mit den Wahl­er­geb­nissen zu erwarten?  

Es gibt zwei mögliche Koali­tionen: Entweder ein Links­bündnis aus Die Linke, Bündnis 90/​Die Grünen und der SPD oder eine Koali­tion von CDU, SPD und Bündnis 90/​Die Grünen. Bei Ersterem könnte die Kultur­branche mehr Grund für Freude haben, denn Die Linke möchte die Kürzungen zurück­nehmen und die Förde­rung kurz­fristig steigen lassen. Zurück­nehmen wollen die Kürzungen auch die Grünen. Zusätz­lich fordern sie mehr Trans­pa­renz bei der Beset­zung von großen Häusern. Die SPD wiederum setzt sich für eine große Band­breite an Kultur­ange­boten ein, was gerade die klei­neren Thea­ter­häuser betrifft, denn diese gehören zu einer Band­breite. Die CDU möchte laut ihrem Wahl­pro­gramm die Kürzungen nicht zurück­nehmen, aber bestehende Kultur­räume sichern und gezielter Projekte fördern. Was sich davon in der künf­tigen Regie­rung tatsäch­lich umsetzten lässt, wird sich zeigen. 


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